Jeden Abend abendliche Abende

Abende waren früher der Grund, warum ich morgens überhaupt aufgestanden bin. Abends, wenn alle Pflichten erledigt sind, man sich ausruhen darf, und auch das weiche Bett nicht mehr weit entfernt ist. Der schönste Teil des Tages. Damals. Mittlerweile sind die Abende das schmerzhafteste am ganzen Tag, weil sie die Momente meines Tages sind, in denen ich am schwächsten bin. Warum? Nun, den Tag über ist man in den meisten Fällen gut beschäftigt und umgeben von ausreichend Aufgaben, wenn man es optimistisch formuliert. Man hat kaum Gelegenheit, sich über seine Probleme Gedanken zu machen, und das traurige daran ist, dass man allein durch den Stress glaubt, man sei mit einem Thema durch, man hätte es verarbeitet und könnte damit abschließen. Doch die Ernüchterung folgt prompt. Jeden Abend. Denn wenn der Tag gelaufen ist, wenn der Stress weg ist und Ruhe einkehrt, ergibt sich dann leider doch die Gelegenheit zum Nachdenken. Und an diesem Punkt wird es kritisch. Denn wenn man an einem dunklem, kalten Abend alleine zu Hause sitzt und einfach nur nachdenkt, wird man schwach. Ich zumindest. Schwächer als sonst. Die willensstarke Lena des Tages hat der Einbruch der Dunkelheit umgebracht. Und wie es das Leben will, ist es auch momentan abends, halb zehn um genau zu sein. Also meine schwache Phase. Ich hasse es, wenn der Kummer, welchen man erfolgreich stundenlang unterdrückt hat, einen wie eine Lawine überrollt und man anfängt daran zu ersticken. Und auch das Weinen jeden Abend wiegt sich weder positiv auf meine Haut, noch auf mein Umfeld aus. Meine Mutter ist krank vor Sorge, aber ich kann es ihr nicht erklären, denn sie würde es ja doch nicht verstehen. Denn was er für mich war... Das war kein zweiter. Das traurige an der ganzen Geschichte ist, dass ich wahrscheinlich selbst an meinem Dilemma schuld bin. Ich weiß nicht ob es durch die vorherigen Einträge durchgeschimmert ist, jedoch bin ich nicht zwingend der optimistischte Mensch. Und das ist der Punkt. Ich sehe nicht, dass etwas klappen kann, bis es tatsächlich fehlschlägt, ich mich zwar bestätigt fühle, aber merke, wie essentiell es war, dass es klappte. Klüger ist man immer hinterher sagt man, aber was nützt es? Die Person die mir am meisten bedeutete, habe ich grundlos und unwiderruflich verloren. Und das doofe an Abenden ist, dass es mir zwangsläufig jeden Abend erneut klar wird, wie dumm ich denn war. Auch, dass ich jetzt damit leben muss. Doch ist damit eine Frage offen. Wie ich damit leben soll. Denn bis jetzt ist es mir wirklich nicht klar. Es ist dieses Gefühl in deinem Bauch, aber nicht die Schmetterlinge, die dort einst waren, sondern eine Art Schmerz der immer höher steigt, bis in deinen Hals und dich dort von innen erstickt. Wie wird man dieses Gefühl wieder los? Gar nicht.
15.3.15 21:34
 
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